Leinenlos Geliebt.

Cornerstone

  • Am Samstag dem 13.Januar begann ein seit längerer Zeit geplantes Projekt von uns – Cornerstone.

    Im letzten Frühjahr hatten wir die Idee im Rahmen unserer Arbeit mit Leinenlos auch einen Glaubenskurs für unsere Gäste anzubieten. Ziel war es, den Obdachlosen, Suchtkranken, aber auch allen anderen, die interessiert sind, unseren Glauben auch abseits der offenen Straße, in einem geschützteren Rahmen nahe zu bringen. Also beschlossen wir, diesen Kurs zu starten und legten uns auf 13 Tageseinheiten fest. Angefangen mit der Frage ob die Bibel Gottes Wort ist und wie ernst man sie nehmen kann, über die Dreieinigkeit bis hin zu Themen wie Evangelisation, Gehorsam oder Führung durch Gott. Wir konnten eine sehr begabte Musikerin gewinnen, die uns im Lobpreis durch die Zeit begleiten wird. Schnell war klar, wer welches Thema übernehmen würde und wie die einzelnen Tage aussehen sollten. Zu Beginn haben wir ein Gebet und ein Lied, eventuell noch einen kurzen Icebreaker. Danach gibt es einen ca. 15-minütigen Input, auf welchen ca. 20 Minuten Lobpreis und Gebetszeit folgen. Zum offenen Schluss gehört eine Kleingruppenzeit, in welcher das Thema bei einem kleinen Snack und Getränken nochmals aufgearbeitet werden soll. Wir erhoffen uns, dass die Themen dadurch noch näher in den Alltag der Teilnehmer transferiert werden können.

    Unendlich dankbar sind wir der Nikolaigemeinde dafür, dass wir die Kirche zur Verfügung gestellt bekommen. Im Herzen von Heilbronn, da, wo das Leben tobt. Ein Ort der Stille inmitten der Geschäftigkeit. Unsere Gäste gehören genau da hin. In die Mitte, nicht als Parallelgesellschaft, denn es sind zumeist wundervolle Menschen mit oft herzzerreißenden Schicksalen.

    Aber zurück zum 13.Januar. Unser erstes Thema war also das Wort Gottes. Im Input ging es darum, wie Menschenworte uns oft enttäuschen oder verletzen. Menschen versprechen uns oft das Blaue vom Himmel, sind sich aber dann doch meistens selbst der Nächste… Also was kann man auf Worte geben? Ist die Bibel Gottes Wort? Und wenn ja, wie viel davon kann ich ernst nehmen? Eine wichtige These war, dass die Bibel in sich stimmig ist, obwohl sie über einen Zeitraum von ca. 1500 Jahren von ungefähr 40 Personen in drei unterschiedlichen Sprachen geschrieben wurde. Das ist unglaublich! Ansonsten wurde wichtig, dass Christus das Zentrum der Bibel ist und eigentlich die ganze Bibel seinen Namen schreit. Jesus ist das fleischgewordene Wort und er hat alles gehalten, was über ihn verheißen wurde.

    Zu diesem Input waren wir 28 Personen, wobei wir auch 6 Mitarbeiter waren. Wir hatten mit zehn Teilnehmern gerechnet, hielten 15 Personen für eine sehr gute Zahl – und dann das. Es besteht durchaus Interesse am Glauben, wenn auch eine Hand voll Gäste nicht da war um Gottes wort zu hören und auch ab und an Störgeräusche von sich gab. Viele andere konnten allerdings etwas mitnehmen. Das Feedback der Gäste war sehr angetan. Viele sagten, sie kämen nächste Woche wieder. Einzelne Gespräche gingen sehr in die Tiefe, weniger in der Gruppe, aber unter vier Augen gab es durchaus Tiefgang. Eine Frau vergoss bittere Tränen ob eines erlittenen Verlustes und fragte, warum Gott dies zulassen konnte. Wir wissen es nicht. Doch trotz allen Zorns war sie gekommen und ließ sich darauf ein. Zwei Frauen wollten auch akut für ihre Situationen Gebete bekommen.

    Bei Hot Dogs und Kaffee klang der Nachmittag aus, wobei wir auch danach noch vereinzelt in Gespräche verwickelt waren.

    Was bleibt als Fazit? Die Menschen brauchen einen Erlöser und wir können ihn vorstellen. Die Kirche hat einen Auftrag und den dürfen wir annehmen. Wir sind bestärkt und ermutigt, dankbar und voller Erwartung, was noch auf uns zukommt.