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Der Monat Juni hatte einige bewegende und begegnende Momente parat. Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Das mussten wir häufig feststellen und so gab es Anfang Juni tatsächlich die Überlegung eine Pause einzulegen. Dieses Vorhaben wurde dann aber rasch torpediert und ad acta gelegt. Mehr dazu später.
Anfang des Monats musste ich (Sebi) krankheitsbedingt ausfallen, so dass die Last vor Ort auf Tom und Bärbel fiel, die das wie immer sehr gut gemeistert haben. Auch die Vorbereitungen ließen sich wunderbar auf mehrere Schultern verteilen. Was war das Ergebnis? Ein neuer Besucherrekord. Doch dieser sollte nicht lange Bestand haben und steigerte sich noch zwei weitere Male auf bis zu 54 Menschen pro Abend.
Was gab es zu erleben?
Anfang des Monats konnten wir eine Garage einräumen, so dass wir endlich eine größere Lagerfläche als unsere Wohnung haben. Außerdem bekamen wir eine Spende zur Finanzierung unserer neuen SurvivalKits 2016.
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An einem Samstag waren wir beim Minigolf. Hier hatten wir trotz des schlechten Wetters echt Freude. Und ich persönlich durfte das erste Mal in diesem Monat wieder aufatmen. Zum zweiten Mal Minigolf und zum zweiten Mal ein zweiter Platz für mich – ich hasse es, nicht zu gewinnen… aber viel wichtiger war die Begegnung zuvor. Eine unserer Gäste kam schon eine halbe Stunde früher und entgegen meiner Erwartungen sogar nüchtern. Sie teilte mit, dass wir ihr und vielen anderen Hoffnung geben würden, auch wenn es viele Rückschläge und Abstürze geben würde. Sie würde sich angenommen fühlen. Es bewegte mich. Sie hatte in der Woche zuvor ein Gespräch geführt gehabt und war beim Gottesdienst anwesend. Sie war dankbar und motiviert. Einen Tag nach dem Minigolf kam sie sogar zu dem Gottesdienst nach Weinsberg, bei dem ich predigen durfte. Mit diesem Tag kam meine Motivation wieder.
Und es blieb in diesem Monat nicht die einzige Rückmeldung dieser Art. Ein anderer sagte, dass wir der Hauptgrund seien, weshalb er nach einem Gefängnisaufenthalt wieder zurück nach Heilbronn kam. Für solche Rückmeldungen nehmen wir Rückschläge gerne in Kauf. Es macht einfach Spaß, da sein zu dürfen und für ein paar Stunden am Tag mal raus aus der Alltagswelt zu kommen, um vor Ort ein Stück weit Gemeinschaft zu leben. Auch wenn diese Gemeinschaft auf sehr wackeligen Beinen steht…
Mitte des Monats hatten wir ein Dönergrillen im GildeTreff. Es handelte sich um eine Kooperation von uns mit der Aufbaugilde und der Heilbronner Tafel. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten, vor allem an Alex Nestoridis für seinen unermüdlichen Einsatz am Dönerspieß. An diesem Tag gab es auch etwas geistliche Kost: so ging es darum, dass wir keinen Mangel leiden müssen, wenn wir uns nur ganz ins Vertrauen auf Gott begeben. Als Beispiel diente hier die Speisung der 5000 – wer bereit ist, zu geben, was er hat, der wird reichlich ernten!
Ach ja, danke auch an Alex S. für die vielen geschnittenen Haare und die Treue, die du bisweilen an den Tag legst.
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Auch unser monatlicher Gottesdienst war sehr gut besucht und die erstaunlichste Szene spielte sich am Ende ab. Wir stellten uns im Kreis auf, um gemeinsam zu beten und es stellten sich tatsächlich viele unserer Gäste dazu und trugen selbst ein kurzes Gebet bei. Ich war bewegt. So wie das Thema unseres Gottesdienstes „wertvoll“ war, so war es dieser Moment auch für mich!
Ende des Monats durfte ich bei einem Gottesdienst in Weinsberg predigen. Es ging um das Thema Nachfolge und die Frage, was eigentlich wäre, wenn er es wirklich ernst gemeint hätte – also Jesus…
Bei diesem Gottesdienst bekamen wir eine wunderbare Spende, die gleich in neue Schuhe umgesetzt wurde. Die Blicke an der Kasse beim Einkauf waren übrigens unbezahlbar…
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Mittlerweile kommen immer wieder Menschen auf uns zu und fragen nach Gebet. Natürlich sind das oft Momentaufnahmen, aber es gibt auch einen Mann, der nicht geht, ohne dass ich für ihn gebetet habe. Er sagt, es tue ihm unendlich gut.

Es ist oft schwer, die Schicksale zu sehen, die Situationen zu ertragen und manchmal zerreißt es einen förmlich, wenn man belogen, betrogen oder enttäuscht wird. Manchmal blutet einem das Herz, wenn man sich einen Rückfall oder den Niedergang eines Menschen anschaut. Aber genau dann dürfen wir uns bewusst machen: Vor Gott sind wir alle wertvoll – und vor ihm sind wir alle schuldig und unfähig. Seine Gnade ist es, die uns dennoch rechtfertigt. Sein Opfer ist es, das uns Leben schenkt. Und wie nah beisammen die Dinge manchmal liegen habe ich wieder sehen müssen, als mir auf der Minigolfanlage ein alter Bekannter begegnet ist. Er ist mittlerweile auf Ersatzdrogen und versucht sein Leben mühsam neu zu definieren, während dies mir durch Gottes Gnade erspart blieb. Damals waren wir auf dem selben Weg und ohne Jesus in meinem Leben erginge es mir wahrscheinlich weit schlechter als ihm. Seine Gnade und Liebe können retten – jeden – auch dich!

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